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35. Unternehmerforum Design13. April 2010 | Steelcase Werndl AG, Rosenheim

Nachhaltige Markenentwicklung:
Ecodesign als Motor für Innovation und Aufschwung
35. Unternehmerforum Design

Macht ein Cradle-to-Cradle-Ansatz - also eine Produktionsweise „Von der Wiege zur Wiege" - ein Produkt nachhaltig? 

Natürlich. „Denn um nachhaltig zu produzieren, wird  bei uns der komplette Lebenszyklus eines Produktes nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit entwickelt, produziert und verkauft. Beginnend bei der Materialauswahl bis hin zur Entsorgung'', so Stefan von Terzi, Marketingleiter der Steelcase Werndl AG, welche für ihre Produktlinie mit dem Green Award belohnt wurde. Bei Ecodesign geht es um einen ganzheitlichen Anspruch und Kreislauf, der Mensch und Natur gleichermaßen berücksichtigt und begrenzte Ressourcen wieder rückführt. 

Aber wie können kleine und mittelständische Unternehmen mit der Einführung von Ecodesign und dessen Nachhaltigkeit einen Marktvorsprung erreichen? Um diese Frage zu beantworten, hatte bayern design in Kooperation mit der Industrie- und Handelskammer München und Oberbayern zum 35. Unternehmerforum Design am 13. April 2010 Experten zu Steelcase Werndl AG nach Rosenheim geladen. Unter der Moderation von Dr. Silke Claus, Geschäftsführerin, bayern design GmbH, konnten sich mehr als 70 Gäste davon überzeugen, wie vielschichtig, aktuell und differenziert das Thema Ecodesign diskutiert und umgesetzt wird.

Römerturm hat die Chance ergriffen und sich FSC (Forest Stewardship Council) sowie PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes) zertifizieren lassen. Für die Papier- und Druckindustrie ist die nachhaltige Bewirtschaftung von natürlichen Ressourcen von besonderem Interesse. Petra Roß, Marketingleiterin, Römerturm Feinstpapier GmbH & Co. KG, unterstrich, der Nachweis einer lückenlosen Produktkette (Chain-of-Custody) vom Waldbesitzer über den Papierhersteller und Großhandel bis zur Druckerei sei die Garantie für den Kunden über den Ursprung des Papiers.
 
„Unsere Büttenpapierfabrik am Tegernsee steht mitten in einem idyllisch gelegenen Naturschutzgebiet und wurde auch schon mal als Drecksschleuder bezeichnet. Allein die Abwasserklärung verursacht extrem hohe Kosten", berichtete Stefanie Schachtner, International Sales Manager der Büttenpapierfabrik Gmund GmbH & Co. KG. „Ecodesign führt zum Erfolg, weil Nachhaltigkeit einerseits tief in der Unternehmensphilosophie und andererseits in der örtlichen Umgebung des Familienunternehmens verankert ist. Mit dem Papier Gmund - Act Green handeln wir nachhaltig - ohne dabei mausgrau auszusehen."

Doch „Nachhaltigkeit verkauft sich nicht allein", stellte Jan Brinkmann, Brand Manager, Gabor Footwear GmbH-Snipe, fest. Auch das Bedürfnis der Käuferschicht nach umweltverträglichen Produkten mit ästhetischem Style hat sich entscheidend gewandelt, was das Label Snipe in Form eines Lederschuhs stilsicher und authentisch zum Ausdruck bringt. Progressiv stellt sich Snipe auch in Zukunft neuen Herausforderungen: „In Planung ist ein vier Komponentenschuh nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip, denn wir wollen so nachhaltig wie möglich sein", bekräftigte Jan Brinkmann.

  Mit Herausforderungen ganz anderer Art ist der Designer Claas Reinhard in seinem freiberuflichen Alltag konfrontiert: „Ecodesign ist zu teuer in der Herstellung und außerdem interessieren sich unsere Kunden nicht dafür."
Verständlich, das bei kleinen Unternehmen eine höhere Akzeptanz von Ecodesignprodukten wünschenswert wäre. Hier setzt bayern design als Schnittstellenkomponente mit Synergieeffekt zwischen kleinen und mittelständischen Unternehmen und der Designwirtschaft an.
 
„Ecodesign in Deutschland ist im internationalen Vergleich gute Schritte vorangegangen", bestätigte Dr. Silke Claus. Alle 2 Jahre wird von der Bundesregierung eine Statistik erhoben, welche die Meinung der Bundesbürger und die aktuelle Relevanz zum Thema Nachhaltigkeit und Umweltschutz in Deutschland aufzeigt. Tatsache ist: in Zeiten von gesättigten Märkten haben Ecodesignprodukte keine Absatzschwierigkeiten. Doch letztendlich müssen Ökonomie und Ökologie ins Gleichgewicht gebracht werden - verankert in der Unternehmensphilosophie - verwirklicht durch einen nachhaltigen Designanspruch, um neue Märkte und Käuferschichten zu erschließen und um den Innovationsstandort Bayern nachhaltig zu sichern.
 
Während der Veranstaltung konnten die Gäste an einer Führung durch das Inspiration Office der Steelcase Werndl AG teilnehmen und hier schon wie beim abschließenden Get together Kontakte knüpfen und netzwerken.

Die bayern design GmbH wird vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie gefördert.

Bilder der Veranstaltung finden Sie hier.